Auftanken

Früher war ich ein Workaholic. Nach meiner Erkrankung (Brustkrebs 2013) hat sich das sicherlich nicht sofort gelegt. Anfangs gezwungenermaßen, später aus Überzeugung langsamer.

Das Rezept für Workaholics scheint Gelassenheit zu sein. So hektisch und zielorientiert, wie ich #davor war, bin ich heute nicht mehr. Das mag vielleicht aber auch am Alter liegen.

Was ich schon immer vernachlässigte, war meine Seele und mein Körper. Immer funktionieren müssen, das war die Devise. So fiel mir erst viel später auf, wie wichtig für mich ein Spaziergang in der Natur ist. Das ist wie Auftanken.

Ein Spaziergang im Wald oder auf den Feldern. Ein Besuch in den Bergen oder einfach mal ans Meer fahren, was für eine Erholung. Ich fühle mich danach geerdet und bin innerlich entspannt. Vieles erscheint mir in diesen Momenten so unwichtig. Und das ist es wohl auch.

So vieles so unwichtig.

Natürlich klappt das nicht immer mit dem „Kopf ausschalten“. Meist schwirren mir tausend Gedanken durch den Kopf. Vor allem wenn ich bei mir zu Hause einfach mal eine Runde drehe. Damit ich mich aber immer wieder „besinne“ und meinen Kopf frei machen kann, habe ich immer einen Stein in meiner Tasche. Sobald ich ihn berühre, fällt mir ein, dass ich meine Gedanken aus meinem Kopf verbannen sollte und einfach nur meinen Blick über die Natur, bzw. da wo ich gerade langlaufe schweifen lassen wollte.

Schade, dass wir so oft unachtsam durch die Strassen gehen. Die Natur zeigt uns großartige Dinge und sei es einfach mal in den Himmel zu schauen.

Ständig entsteht alles immer wieder neu. Die Natur zeigt uns, dass wir immer weiter machen sollten.

Leider vergessen wir uns selbst sehr oft.  So war es bei mir zumindest sehr lange. Die Arbeit, die Familie, Dinge die erledigt werden müssen – alles muss funktionieren. Und am Abend sacken wir todmüde ins Bett.

Viele Menschen tanken offensichtlich nie auf – funktionieren immer.  So kenne ich das auch. Immer funktionieren. Heute kann und will ich gar nicht immer funktionieren.

Manche sind sogar stolz, dass sie nie Urlaub brauchen oder sich nehmen. Wie kleine Maschinen arbeiten sie den Tag einfach weg – bis sie eines Tages merken, dass irgendetwas mit ihnen nicht stimmt.

 

Auftanken – ist wichtig für dich selbst! Was tust du für dich selbst?

One Comment

  1. Roswitha

    Ein Workerholic war ich noch nie und ich konnte auch schon die Natur genießen, aber nach der Diagnose Brustkrebs, der OP und den Bestrahlungen, gehe ich alles langsam an. Gelingt leider nicht immer, aber trotzdem versuche ich auch fünfe gerade zu lassen. 🙂

    Gefällt 1 Person

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